Informationen über das Tragetuch und die Babytrage

Kinder und Tragetücher - eine optimale Verbindung

Die Vorteile von Tragetuch und Babytrage

Sie sind wieder häufiger im Straßenbild zu sehen als noch vor einigen Jahren: Säuglinge und kleine Kinder in einem Tragetuch oder einer Babytrage. Es gibt viele Gründe, sich als Eltern diesem Trend anzuschließen.

Ein Tragetuch punktet, weil es im Alltag praktisch und leicht zu verwenden ist. Das Kind ist schnell fest an die Mutter gebunden und diese hat nun beide Hände frei: So kann sie sich um den Haushalt kümmern, in den Regalen des Supermarkts Lebensmittel aussuchen oder in aller Ruhe spazieren gehen. Vor allem sind Bus-, Zug- oder Straßenbahnfahrten ohne Kinderwagen sehr viel einfacher zu bewältigen: Es gibt keine Platzprobleme, auch kann sich die Mutter (oder der Vater) einen Sitz frei aussuchen und muss nicht auf den Wagen aufpassen. Nicht zuletzt kann ein kleines Kind in einem Tragetuch sehr diskret gestillt werden, weil das Tuch gleichzeitig als Sichtschutz dient - diese Aussage trifft natürlich nur dann zu, wenn das Kind auf den Bauch oder auf die Hüfte gebunden wird.

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Die geschichtliche Herkunft des Tragetuchs

Es ist davon auszugehen, dass das Babytragetuch seit Urzeiten die übliche Form für den Transport kleiner Kinder war. Daneben gab es immer schon Kleinkinder in Körben oder einer Art Schubkarren. Doch bis heute tragen zwei Drittel der Weltbevölkerung ihre Kinder in einem Babytuch. In Europa war dies bis vor recht kurzer Zeit ebenfalls üblich, wie wir beispielsweise aus alten Unterlagen und durch Gemälde wissen. Erst als der Kinderwagen Mitte des 19. Jahrhunderts in Serie ging, setzten die besser gestellten Herrschaften auf Distanz zwischen Eltern und Kindern. Die ärmeren Schichten konnten sich diesen Luxus allerdings ebenso wenig leisten wie Ammen und Kindermädchen; daher trugen sie ihre Kinder weiterhin. Bekannt sind neben dem Tragetuch andere Varianten, beispielsweise spezielle Mäntel mit einem Trageeinsatz.

Gesundheitliche Vorteile des Babytragens in einem Tragetuch oder einer Babytrage

Erstaunlicherweise ist das Tragen des Kindes in einem Tragetuch nicht nur für das Baby oder Kleinkind wichtig und gesund, sondern auch für die Mutter. Es gibt Berichte darüber, dass beispielsweise Rückenschmerzen gelindert wurden und das Tragen, weil es eine gewisse Körperkraft erfordert, die Rückenmuskulatur stärkt und unangenehme orthopädische Folgeprobleme im Rücken, die durch die Schwangerschaft entstanden sind, zumindest weniger stark aufkommen lässt. Dies sind wichtige Gesundheitsaspekte für eine junge Mutter.

Ebenso bedeutend dürften die Gesundheitskriterien für das Kind ausfallen: Sein sogenannter Anhock-Reflex bringt das Kind ganz nah an die Mutter - ein uralter Instinkt, der dem Kind Sicherheit suggeriert; auch wird dadurch die Körpertemperatur des Kindes günstig beeinflusst: Der Körper kleiner Kinder kann dies noch nicht so gut allein leisten. Bei Dreitageskoliken können das Tragen und die Bewegungen die Beschwerden lindern. Dass das Kind sich zudem viel wohler fühlt, wenn es mit Mutter oder Vater in direktem Kontakt steht und häufig Teil des Geschehens um sich herum ist, steht außer Frage.

Die verschiedenen Bindetechniken für ein Tragetuch

Die Vorteile von Tragetüchern oder einer Babytrage

Das Kind lässt sich auf drei Arten an den Körper des Elternteils binden: vor den Bauch, auf den Rücken oder auf die Hüfte. Bei Neugeborenen muss darauf geachtet werden, dass der Rücken seine natürliche C-Form auch einnehmen kann; zudem muss der Kopf sicher gestützt werden. Diese Hilfe ist auch bei größeren Babys noch angeraten, denn sie schlafen gern in ihren Wickeltüchern oder einer Babytrage ein und der Kopf fällt dann unkontrolliert zur Seite oder nach hinten. Das sollte unbedingt verhindert werden.

Bei einem Neugeborenen bildet die Wirbelsäule beispielsweise noch nicht die doppelte S-Form wie bei uns Erwachsenen, sondern der Rücken des Babys ist – wie auch im Mutterleib – gerundet. Durch die spezielle Beschaffenheit des anschmiegsamen Tragetuchstoffs (aus dem übrigens auch geeignete Tragehilfen gefertigt sind) werden die noch unreifen Bandscheiben geschont und die natürlich gerundete Rückenform unterstützt. Der Prozess der Wirbelsäulenaufrichtung erfolgt in drei Phasen und ist ca. mit der Vollendung des ersten Lebensjahres vollständig abgeschlossen.

Je nach Alter beziehungsweise Größe des Kindes sowie dem Körperort, an dem es angelegt werden soll, gibt es diverse Wickeltechniken. Anleitungen dazu finden sich als Bilder und per Video im Internet. So stehen beispielsweise für die Bauchbindung eine sogenannte Känguru-Bindung sowie eine Kreuzbindung zur Verfügung; es gibt auch Tücher mit einem stabilen Ring auf einer Seite, durch den die zweite Tuchhälfte gezogen wird (Ring-Sling).

Hierzu gibt es diverse Anleitungen im Internet, unter anderem auf unserem YouTube Channel oder unserer "Carry Me" App für das Smartphone. In vielen größeren Städten gibt es Trageberater/innen, die den Eltern zeigen wie und mit was sie gut tragen können.

Es gibt für jedes Alter die passende Babytrage bzw. Tragehilfe. Schnallentragen sind sogenannte Fullbuckles, Tragehilfen zum binden nennt man Meitai, kurze Tücher mit eingenähten Ringen Ringsling.
Onbuhimos sind spezielle Tragen für Lauflinge und sind ausschließlich für das Tragen auf dem Rücken geeignet. Gewebte Tragetücher gibt es in diversen Längen, die sich nach gewünschter Bindeweise und der Statur des Tragenden richtet. Elastische Tragetücher gibt es für die Kleinsten und können meist bis zu einem halben Jahr oder 8 kg verwendet werden.

Bei allen Wickelmethoden wird stets von der Mitte des Tuchs aus gearbeitet. Die Anleitungen sind klar, wobei Wickeltechnik und Handling mit dem Kind unbedingt geübt werden sollten; wer unsicher ist, probiert es beispielsweise kniend vor einem weichen Bett, arbeitet zunächst mit einer Puppe oder lässt sich anfangs von einem Partner helfen. Je früher mit dem Tragen angefangen wird, umso besser ist es für Eltern und Kind. Der Körper des Erwachsenen gewöhnt sich an das zunehmende Gewicht und wird auf natürliche Weise und ganz allmählich für die steigenden Anforderungen gestärkt.

Eine Mutter stillt ihr Baby in einem Tragetuch von Fidella im Design Shebra pink

Das Tragetuch sollte so lang sein, dass das Kind bequem hineinpasst - meist wird es über die Schulter gelegt und rutscht von oben in das bereits halb umgebundene Tuch hinein. Dann werden alle Verschlingungen fest angezurrt, die Falten dabei geglättet und haltbare Knoten hergestellt. Das Babytuch muss genügend Stoff für mehrere Schlingungen und einen straffen Doppelknoten bieten. Die Enden hängen einfach herunter, daher ist die Tuchgröße auf den tragenden Elternteil anzupassen, um Stolperfallen zu vermeiden. Es gibt diverse Anbieter für Tragetücher, sowohl im regionalen als auch im Onlinehandel.

Informationen zur kindlichen Hüftentwicklung

Ein Tragetuch ist die richtige Antwort auf die Frage, wie sich die häufig auftretende Hüftdysplasie und andere Hüftgelenkserkrankungen auf ganz natürliche Weise vermeiden lassen. Die natürliche Anhock-Spreizhaltung des Kindes - sie ist gut zu beobachten, wenn das Baby hochgehoben und an die Schulter gelegt wird - sorgt für angezogene Beinchen, die sich rechts und links abspreizen. So kann das Kind bequem in seinem Babytuch sitzen. Auch eine Abspreizhemmung wird so vermieden.

Ein Ultraschall sowie eine körperliche Untersuchung zeigen bei einem Neugeborenen mögliche Fehlstellungen. Die meisten Bindearten sind schon ab der Geburt möglich, sodass schon die Kleinsten auf diese Weise getragen werden können. Das Binden erfordert ein paar Minuten mehr Zeit als das Hineinlegen in einen Kinderwagen, aber es unterstützt neben den übrigen bereits beschriebenen körperlichen Entwicklungsschritten auch die Hüftentwicklung.

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